Brauttisch bei der Hochzeit: Brautpaar allein oder mit Gästen?

Wer am Tisch des Paares sitzt, entscheidest du mit deinem Partner oder deiner Partnerin: Es gibt keine feste Regel, aber vier Varianten, die sich bewährt haben. Auf dieser Seite siehst du, wie viele Plätze jede braucht, was sie im Raum bewirkt und wo sie Ärger machen können, vor allem bei getrennten Eltern und bei den Partnern der Trauzeugen.

Wer sitzt am Brauttisch?

Am Tisch des Paares sitzt, wen das Paar dort haben will: Verbreitet sind die Eltern mit den Trauzeugen, die Trauzeugen samt Partnern, das Paar allein zu zweit oder eine lange Ehrentafel, an der alle auf derselben Seite sitzen.

Das ist gängige Praxis und keine Benimmregel. Keine Variante gilt als die richtige, jede hat einen Preis: Mit den Eltern am Tisch sitzt das Paar im Kreis der Familie, aber selten ungestört. Zu zweit hat es Ruhe, verpasst aber vielleicht die Gespräche an einem vollen Tisch. Eine Tafel für zehn Menschen sieht schön aus, bringt aber Platzfragen mit, die an einem Achtertisch nie entstehen.

Die Tabelle weiter unten stellt die Varianten nebeneinander. Davor gehen wir sie einzeln durch, damit du sie für deinen Raum und deine Familie abwägen kannst. Wie der Sitzplan insgesamt entsteht, steht im Leitfaden Sitzplan für die Hochzeit.

Klassisch: Paar, Eltern und Trauzeugen

Beim klassischen Brauttisch sitzen das Paar, beide Elternpaare und die Trauzeugen zusammen, meist an einem langen oder runden Tisch für acht bis zehn Menschen.

Die Rechnung ist schnell gemacht: zwei Plätze für das Paar, vier für die Eltern, zwei für die Trauzeugen ergibt acht. Sind die Eltern getrennt oder bringen sie neue Partner mit, landet das Paar schnell bei zehn oder mehr. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Menschen, die dem Paar am nächsten stehen, sitzen bei ihm, und niemand muss sich fragen, warum er woanders sitzt. Der Nachteil ebenso: Beide Familien sitzen eng beieinander, und wenn sich die Eltern nicht kennen, beginnt der Abend mit höflichem Schweigen.

Frag dich vorher, ob die Eltern miteinander reden mögen. Wenn ja, ist dieser Tisch eine schöne Gelegenheit, die Familien zusammenzubringen. Wenn nein, ist er der anstrengendste Platz des Abends, und zwar für dich, weil du vermitteln musst.

Mit Trauzeugen und deren Partnern, Eltern am Nachbartisch

Sitzen die Trauzeugen mit ihren Partnern am Tisch des Paares, rücken die Eltern an einen Nachbartisch, und der Tisch wird zum Freundestisch.

Bei zwei Trauzeugen mit Partnern kommst du auf sechs Plätze: 2 + 2 + 2 = 6. Das ist ein gemütlicher Tisch, an dem sich locker reden lässt. Die Eltern sitzen direkt daneben, am besten in Sichtweite, und sind trotzdem unter sich. Das ist für viele Familien die entspannteste Lösung, weil niemand seinen Platz erklären muss, solange die Eltern einen guten Tisch haben.

Der Fallstrick sind die Partner der Trauzeugen. Wer neu in der Beziehung ist, kennt oft kaum jemanden am Tisch und sitzt dann zwischen Menschen, die sich seit Jahren kennen. Setz diese Gäste neben jemanden, der gern Gespräche anfängt, und sag den Trauzeugen vorher, wen sie im Blick behalten sollen. Wenn ein Trauzeuge allein kommt, bleibt ein Platz frei oder wird mit einer vertrauten Person besetzt, zum Beispiel mit einem Geschwisterteil.

Eine Frage, die du dir stellen solltest: Gehören die Trauzeugen für dich zur Familie, oder sind sie Freunde? Wenn sie die Reden halten oder den Abend mitgestalten, sitzen sie ohnehin gern in Reichweite des Paares.

Zu zweit am eigenen Tisch

Ein Tisch nur für zwei passt zu Paaren, die sich im Trubel einen ruhigen Moment gönnen wollen und keine Familie durch einen Platz am Tisch auswählen möchten.

Der Vorteil ist, dass niemand Rücksicht nehmen muss: Das Paar isst in Ruhe, redet miteinander und sieht den Saal von einem Platz aus, der oft zentral steht. Außerdem entfällt die Frage, wer zum engsten Kreis gehört. Das ist besonders hilfreich, wenn beide Familien groß sind und ein Platz am Tisch für jemanden eine Rangfolge wäre, die du nicht willst.

Was dagegen spricht, kennst du vielleicht aus eigener Erfahrung. Das Paar sitzt allein, während alle anderen zusammensitzen, und Gäste kommen ständig an den Tisch, um zu gratulieren. Das Essen wird dann kalt. Bei Hochzeiten mit vielen Reden oder Gratulationen zwischen den Gängen ist es ruhiger, wenn das Paar nicht allein sitzt. Und manche Eltern fühlen sich zurückgesetzt, auch wenn niemand das beabsichtigt. Sprich es früh an, am besten mit einem Satz wie „Wir wollen am Abend einmal kurz durchatmen, euer Tisch ist gleich nebenan.“

Lange Ehrentafel mit Blick in den Raum

Bei einer Ehrentafel sitzen das Paar und die engsten Menschen in einer Reihe auf einer Seite eines langen Tisches, mit Blick in den Saal.

Das wirkt feierlich und gibt dem Paar den besten Blick, denn das Paar sieht alle Gäste und alle sehen das Paar. Für Reden ist das praktisch: Wer spricht, steht vor dem Tisch oder daneben und wendet sich an den ganzen Saal. Die Tafel braucht aber viel Platz in der Breite. Bei zehn Menschen in einer Reihe sind das je nach Stuhlbreite einige Meter, die dir nur deine Location genau nennen kann.

Die Schwäche liegt in den Gesprächen: Wer in einer Reihe sitzt, redet mit dem linken und dem rechten Nachbarn, nicht mit dem Menschen am anderen Ende. Außerdem sitzt das Paar mit dem Rücken zur Wand, und die Gäste im Saal schauen darauf wie auf eine Bühne. Das mögen nicht alle. Sitzt die Familie an derselben Seite, sehen sich die Eltern gegenseitig kaum. Plane dann einen Tisch auf der anderen Seite, falls jemand gegenüber sitzen soll. Wie lange Tafeln allgemein funktionieren, steht im Leitfaden zur langen Tafel.

Lage im Raum und Tischform

Der Tisch des Paares steht dort, wo er gut zu sehen ist und wo das Paar den Saal im Blick hat, am besten nicht direkt neben Lautsprechern, Buffet oder Küchentür.

Ein runder Tisch holt das Paar in die Mitte der Gäste, eine rechteckige Tafel stellt es sichtbarer heraus. Beide funktionieren. Bei der U-Form sitzt das Paar meist am Kopf der Tafel, wie im Leitfaden zur U-Form beschrieben. Bei mehreren runden Tischen steht der Tisch des Paares meist mittig oder in Reichweite der Tanzfläche. Mehr dazu findest du unter Tischordnung bei runden Tischen.

Prüfe auch die Wege. Die Eltern und Trauzeugen sollen ohne Umweg zum Tisch kommen, und der Service muss ihn erreichen, ohne dass jemand hinter den Stühlen durchmuss. Ein Platz mit Wand im Rücken wirkt aufgeräumter, ein Platz mitten im Raum lässt Gäste von allen Seiten ran. Frag die Location nach Tischformen und Maßen, denn die Zahl der Plätze pro Tisch hängt vom Mobiliar ab und lässt sich nicht schätzen.

In MyWedding Planner legst du den Raum mit seinen Tischen und Hindernissen an. Für den Tisch des Paares kannst du einen runden oder rechteckigen Tisch nehmen oder mehrere Module zusammensetzen, und die Gäste ziehst du per Drag-and-drop auf die Plätze. Auf dem Handy siehst du den Plan an, bearbeitet wird er am Computer oder auf einem Tablet im Querformat.

Heikle Fälle: getrennte Eltern, Großeltern, eigene Kinder

Bei getrennten Eltern, Großeltern oder eigenen Kindern hilft es meist, den Tisch klein zu halten und die Betroffenen vorher zu fragen, statt für sie zu entscheiden.

  • Getrennte Eltern: Wenn sich die Eltern nicht vertragen, sitzen sie an verschiedenen Tischen, die gleich gut stehen. Wichtig ist, dass kein Elternteil weiter weg sitzt als der andere. Neue Partner bekommen ihren Platz an der Seite ihres Elternteils.
  • Großeltern: Sie sitzen gern in der Nähe des Paares, aber nicht neben der Musik und nicht dort, wo sie mehrfach aufstehen müssen. Ein Platz mit kurzem Weg zum Ausgang ist oft wichtiger als ein Platz am Tisch des Paares.
  • Eigene Kinder: Kinder des Paares sitzen meist mit am Tisch, solange sie klein sind. Für größere Kinder ist oft ein Tisch mit Cousins und Freunden schöner. Frag sie, was sie lieber möchten.
  • Trauzeugen mit Reden: Wer eine Rede hält, sitzt am besten nah am Mikrofon und mit freiem Weg nach vorn.

Für Paare, bei denen mehrere dieser Fälle zusammenkommen, kann es helfen, sie als Regeln festzuhalten: In MyWedding Planner gibt es „immer zusammen“, „nie zusammen“ sowie die weicheren Varianten „eher zusammen“ und „eher getrennt“, und ein automatisches Platzieren berücksichtigt sie. Die Regeln ersetzen das Gespräch mit den Betroffenen nicht.

Es den anderen sagen

Sag deine Entscheidung zuerst den Menschen, die sie am meisten betrifft, also den Eltern und den Trauzeugen, und erkläre sie mit einem Satz über dich und dein Gegenüber, nicht über sie.

„Wir wollen den Abend zu zweit beginnen und kommen dann zu euch“ klingt anders als „Ihr sitzt leider nicht bei uns“. Beides meint dasselbe, aber das erste öffnet eine Tür. Wenn eine Familie enttäuscht ist, hilft meistens ein konkretes Angebot, etwa ein Tisch in Reichweite, ein Tanz oder ein Moment für ein gemeinsames Foto.

Für die Location und den Caterer druckst du den Plan am Ende aus. In MyWedding Planner lässt er sich maßstabsgetreu auf A4 oder Letter drucken, auf Wunsch mit alphabetischer Gästeliste und einem Blatt pro Tisch mit seinen Gästen. Das hilft beim Aufbau, und die Beteiligten sehen schwarz auf weiß, wo sie sitzen. Tischkarten und Tischnummern findest du unter den Druckvorlagen.

Welcher Brauttisch passt zu dir?

VarianteWer sitzt dortPlätzeVorteilAchte auf
KlassischPaar, beide Elternpaare, Trauzeugen2 + 4 + 2 = 8Die engsten Menschen sind beim Paar, niemand fragt nach seinem PlatzFamilien sitzen eng beieinander, getrennte Eltern und neue Partner machen den Tisch größer
Trauzeugen mit PartnernPaar, zwei Trauzeugen, deren Partner; Eltern am Nachbartisch2 + 2 + 2 = 6Lockerer Freundestisch, Eltern bleiben in SichtweitePartner, die kaum jemanden kennen, brauchen einen gesprächigen Nachbarn
Zu zweitNur das Paar2Ruhe, keine Rangfolge unter den FamilienDas Paar sitzt allein, Gäste kommen zum Gratulieren, manche Eltern fühlen sich zurückgesetzt
EhrentafelPaar, Eltern und Trauzeugen in einer Reihe2 + 4 + 2 = 8 auf einer SeiteFeierlich, gute Sicht in den Saal, praktisch für RedenBreite Tafel, Gespräche nur mit den Nachbarn, Sitzen wie auf einer Bühne
Zwei ElterntischePaar mit Trauzeugen an einem Tisch, jedes Elternpaar an einem eigenen(2 + 2) + 4 + 4 = 12 auf drei Tische verteiltGetrennte Eltern sitzen gleichwertig, keiner steht im Schatten des anderenDie Tische müssen gleich gut stehen, sonst entsteht wieder eine Rangfolge

Gängige Praxis, keine Regel: Die Plätze sind aus der jeweiligen Besetzung gerechnet, bei größerer Familie werden es mehr.

Häufige Fragen

Muss das Paar am Brauttisch sitzen?

Nein. Ein eigener Tisch für das Paar ist verbreitet, aber keine Pflicht. Das Paar kann auch an einem normalen Tisch bei Familie oder Freunden sitzen, wenn das lieber ist.

Dürfen die Eltern am Brauttisch sitzen?

Ja, das ist die klassische Variante. Sie funktioniert gut, wenn sich die Eltern kennen und vertragen. Bei getrennten Eltern oder angespannten Familien ist es meist einfacher, ihnen zwei gleichwertige Nachbartische zu geben.

Sollen die Partner der Trauzeugen mit an den Tisch?

Das ist üblich, weil Paare sonst auseinandergesetzt würden. Achte darauf, dass Partner, die kaum jemanden kennen, neben jemandem sitzen, der gern Gespräche beginnt.

Ist es unhöflich, nur zu zweit zu sitzen?

Nein, es ist eine bekannte Variante. Es hilft, den Eltern vorher zu sagen, warum sie nicht am Tisch des Paares sitzen, und ihnen einen guten Tisch in der Nähe zu geben.

Wie viele Plätze braucht der Brauttisch?

Das rechnest du aus der Besetzung: Paar plus Eltern plus Trauzeugen ergibt zum Beispiel acht Plätze. Wie viele Gedecke an einen Tisch passen, nennt dir die Location.

Kann ich den Sitzplan auf dem Handy bearbeiten?

Nein, auf dem Handy siehst du den Plan an. Bearbeiten kannst du ihn am Computer oder auf einem Tablet im Querformat. Du kannst MyWedding Planner kostenlos testen, ohne Karte.

Geschrieben von Chloé & Meïdy, die MyWedding Planner gegründet haben.

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