Tischordnung bei runden Tischen: Gruppen, Ehrentisch und Einzelgäste

Bei runden Tischen sitzt jede Gruppe an einem Tisch mit fester Platzzahl, also beginnst du mit der Zahl, die dir die Location nennt, und nicht mit deiner Gästeliste. Danach schneidest du deine Gäste in Gruppen dieser Größe, entscheidest, wo der Ehrentisch steht, und legst fest, wer zusammen und wer getrennt sitzen soll. Am Ende der Seite findest du eine Checkliste in der Reihenfolge, in der du die Fragen klärst.

Wie planst du die Tischordnung bei runden Tischen?

In drei Schritten: Erst fragst du die Location, wie viele Gäste an einen ihrer runden Tische passen, dann bildest du Gruppen genau in dieser Größe, dann legst du die Regeln zwischen einzelnen Gästen fest.

Die Reihenfolge ist wichtig, weil ein runder Tisch keine Gummigröße hat. An einer langen Tafel rücken alle ein Stück zusammen, wenn zwei Gäste mehr kommen. An einem runden Tisch sind die Plätze entweder da oder nicht. Wer zuerst die Gruppen bildet und danach die Tische sucht, sortiert am Ende alles noch einmal um.

Wie du den Sitzplan insgesamt aufbaust, auch mit anderen Tischformen, steht im Leitfaden Sitzplan erstellen. Diese Seite geht nur auf die Besonderheiten runder Tische ein.

Runde oder lange Tische: was runde Tische leisten und was nicht

Runde Tische machen Gruppen überschaubar, denn jeder sieht fast alle an seinem Tisch und kann sich mit mehr als nur den direkten Nachbarn unterhalten.

Das hilft, wenn sich viele Gäste nicht kennen. Eine Gruppe von acht Personen kommt an einem runden Tisch leichter ins Gespräch als an einer Tafel, an der man nur mit links und rechts spricht. Außerdem entstehen keine Kopfenden, an denen automatisch die wichtigste Person sitzt. Das nimmt vielen Familien eine Diskussion ab.

Dafür gibt es Grenzen. Eine lange Tafel wirkt wie ein gemeinsames Essen, runde Tische wirken eher wie mehrere Gruppen im selben Raum. Reden gehen an runden Tischen im Raum etwas unter, weil nicht alle in dieselbe Richtung schauen. Und ein runder Tisch hat feste Plätze: Ein Gast mehr oder weniger lässt sich nicht einfach verteilen.

  • Runde Tische passen, wenn du viele Gruppen hast, die sich untereinander kaum kennen, und wenn die Location ohnehin mit runden Tischen arbeitet.
  • Lange Tische passen, wenn die Gäste zusammengehören und du ein gemeinsames Fest willst, oder wenn die Gästezahl bis zuletzt schwankt.
  • Mischformen sind möglich: einige runde Tische für Gruppen und eine Tafel für Familie und Ehrentisch. Frag die Location, was sie stellen kann.

Platzzahl pro Tisch: bei der Location erfragen, nicht schätzen

Wie viele Gäste an einen runden Tisch passen, hängt vom Durchmesser des Tisches ab, und diese Zahl nennt dir die Location oder der Verleih, nicht eine Faustregel aus dem Internet.

Der Durchmesser ist nur ein Teil der Antwort. Wie viel Platz jeder Gast hat, hängt auch von der Stuhlbreite, von Tischdeko in der Mitte, von Menükarten und Gläsern und davon ab, ob der Service zwischen den Stühlen durchkommen muss. Zwei Tische mit demselben Durchmesser können deshalb unterschiedlich viele Gedecke tragen, je nachdem, wie die Location sie eindeckt.

Frag also nach drei Dingen: Welche Tischdurchmesser gibt es? Wie viele Gedecke sieht die Location pro Durchmesser vor? Wie viele Tische passen insgesamt in den Raum, mit Gängen für den Service und Platz für die Tanzfläche?

Ein Beispiel, nur zur Rechnung und kein Richtwert: Angenommen, die Location nennt dir 8 Gedecke pro Tisch und 7 Tische im Raum. Dann hast du 56 Plätze. Bei 62 Gästen fehlen dir 6 Plätze. Jetzt kannst du entscheiden, ob du einen achten Tisch erfragst, einige Gäste zu Abendgästen machst oder die Liste kürzt. Wenn du die Zahlen erst nach der Gruppenbildung kennst, rechnest du deutlich länger.

Wenn nicht alle Gäste beim Essen dabei sind, zählt für die Tische nur die Gruppe der Tagesgäste. Wie du die Kreise trennst, steht unter Abendgäste.

Der Ehrentisch (Brautpaartisch) bei runden Tischen

Den Ehrentisch entscheidest du zuerst und getrennt von den anderen Tischen, denn er bestimmt, wer an welchem Tisch sitzt und wie viele Tische du für die übrigen Gäste brauchst.

Du hast bei runden Tischen drei Möglichkeiten, und alle drei sind üblich:

  • Das Paar allein an einem kleinen Tisch. Das ist ruhig und lässt Zeit zum Essen. Dafür sitzt das Paar getrennt von allen anderen, und der Tisch braucht einen sichtbaren Platz im Raum.
  • Das Paar mit den Trauzeugen an einem runden Tisch. Das ist gesellig und passt gut, wenn die Trauzeugen ohnehin Reden halten oder Spiele vorbereitet haben. Die Platzzahl des Tisches entscheidet dann, wie viele Begleitungen mitsitzen.
  • Das Paar mit beiden Elternpaaren an einem Tisch. Das passt zu Familien, in denen die Eltern gut miteinander auskommen. Klär vorher, wie viele Personen am Tisch Platz haben, denn mit Eltern, Geschwistern und Trauzeugen kommst du schnell über die Tischgröße.

Der Ehrentisch steht meist so, dass du den Raum überblickst und von den Gästen gesehen wirst, oft mit etwas Abstand zur Tanzfläche und nah an der Stelle, an der Reden gehalten werden. Wo das in deiner Location ist, klärst du bei einer Begehung oder anhand des Raumplans.

Wenn die Familien gemischt sind, hilft ein Gedanke: Wer nicht am Ehrentisch sitzt, soll nicht das Gefühl haben, zweite Wahl zu sein. Setz die Eltern, die nicht am Ehrentisch sitzen, an Tische direkt daneben und gib dem Tisch eine Gastgeberin oder einen Gastgeber aus der Familie, die oder der ihn zusammenhält. Sag es den Betroffenen vor der Hochzeit selbst.

Gruppen zuschneiden: zu groß, zu klein und Einzelgäste

Bilde die Gruppen nach Nähe, nicht nach Zahl, und passe sie danach an die Tischgröße an, nicht umgekehrt.

Fang mit den natürlichen Gruppen an: Familie, Freunde aus der Schulzeit, Kollegen, Freunde aus dem Verein. Zähl dann, wie viele Personen jede Gruppe hat, inklusive Begleitung und Kindern. Jetzt vergleichst du mit der Platzzahl pro Tisch und findest drei Fälle.

  • Die Gruppe ist zu groß: Teile sie an einer Linie, die schon besteht, zum Beispiel nach Familienzweig, Studienfreunden und Schulfreunden. Setz die beiden Tische nebeneinander, damit sich niemand abgeschoben fühlt.
  • Die Gruppe ist zu klein: Fülle sie nicht mit Fremden auf, sondern mit einer Gruppe, die gut dazu passt. Ein Tisch mit vier Kollegen und vier Freunden aus dem Sport funktioniert eher als ein Tisch mit zwei Gruppen, die nichts verbindet.
  • Es bleiben Einzelgäste übrig: Verteile sie auf mehrere Tische, aber nie allein. Wer neu an einen Tisch kommt, sollte dort mindestens eine Person kennen, und zwei Einzelgäste am selben Tisch können sich gegenseitig stützen.

Kinder sitzen oft besser bei ihren Eltern als an einem eigenen Tisch. Wenn du einen Kindertisch planst, stell ihn in Sichtweite der Eltern und beantworte vorher, wer dort ein Auge auf die Kinder hat.

Lass am Ende bewusst einen oder zwei Plätze frei, wenn die Location es zulässt. Spontane Absagen und Zusagen passieren, und ein freier Platz kostet weniger Ärger als ein Gast ohne Stuhl.

Regeln zwischen Gästen: wer zusammen sitzt und wer nicht

Schreib dir die wenigen Regeln auf, die wirklich zählen, und halte sie knapp: wer unbedingt zusammen sitzt, wer lieber nicht am selben Tisch sitzt und wer am besten nebeneinander.

Bei runden Tischen sind diese Regeln wichtiger als bei langen Tafeln, weil die Nähe größer ist. Alle am Tisch sehen sich, und eine Spannung zwischen zwei Personen fällt allen auf. Rechne vor allem mit drei Fällen: getrennte Eltern, zerstrittene Verwandte und Menschen, die sich sehr gut verstehen und bei denen eine Trennung traurig wäre.

In MyWedding Planner legst du für Gäste vier Arten von Regeln fest: „immer zusammen“, „nie zusammen“ sowie die weicheren Varianten „eher zusammen“ und „eher getrennt“. Ein automatisches Platzieren berücksichtigt diese Regeln.

Der Plan selbst entsteht auf einem großen Bildschirm: Du legst den Raum an, setzt die runden Tische und Hindernisse und ziehst die Gäste per Drag-and-drop auf die Plätze. Auf dem Handy kannst du den Plan ansehen, bearbeitet wird er am Computer oder auf einem Tablet im Querformat. Pro Hochzeit sind mehrere Pläne möglich, zum Beispiel einer für die Trauung und einer für das Abendessen.

Zu jedem Gast siehst du in den Platzierungslisten, ob er zugesagt, abgesagt oder noch nicht geantwortet hat. Das hilft, wenn du einen Tisch auffüllen musst. Die Zusagen selbst sammelst du über die Rückmeldung.

Vom Plan zur Tischkarte und zum Caterer

Sobald die Tische stehen, brauchst du drei Dinge: einen gedruckten Plan, Tischnummern und Tischkarten mit dem Namen jedes Gastes.

Der Sitzplan lässt sich maßstabsgetreu auf A4 drucken, damit du ihn am Eingang aufhängen oder dem Team der Location mitgeben kannst. Unter den Druckvorlagen findest du außerdem Tischkarten, Tischnummern, das Programm und die Aufgabenliste zum Ausdrucken.

Für den Caterer sind zwei Dinge wichtig: die Zahl der Gedecke und die Menüwahl pro Gast. Mit dem Vollzugang kannst du einen CSV-Export pro Gast oder pro Tisch für den Caterer erzeugen, und der Link zum Teilen des Sitzplans für Caterer und Location gehört ebenfalls dazu. Während der kostenlosen Testversion wird der Export abgelehnt. Menüwahl und Allergien trägst du pro Gast in der App ein.

Prüfe vor dem Druck zwei Dinge: ob jede Tischnummer im Raum sichtbar ist und ob die Zahl der Gedecke mit deiner Platzzahl übereinstimmt. Ein Plan, den die Location nur als Foto vom Handy bekommt, führt am Hochzeitstag eher zu Rückfragen als ein gedruckter Plan.

Noch eine Frage vorab: Wer von den Gästen steht ohne Tisch da, weil er nur zum Abend kommt? Auch die Abendgäste brauchen Platz, aber meist keine festen Tische. Mehr dazu unter Gästeliste.

Runde Tische: in dieser Reihenfolge entscheiden

  • Platzzahl pro Tisch bei der Location erfragen, nicht schätzen
  • Anzahl der Tische im Raum erfragen, mit Gängen und Tanzfläche
  • Gästezahl beim Essen festlegen, ohne Abendgäste
  • Ehrentisch wählen: zu zweit, mit Trauzeugen oder mit den Eltern
  • Natürliche Gruppen bilden: Familie, Freunde, Kollegen, Verein
  • Gruppen auf die Tischgröße zuschneiden, zu große teilen, zu kleine auffüllen
  • Einzelgäste auf mehrere Tische verteilen, nie allein
  • Regeln festlegen: wer zusammen sitzt, wer nicht
  • Ein bis zwei Plätze als Puffer freilassen, wenn die Location es erlaubt
  • Plan, Tischnummern und Tischkarten drucken, Gedecke dem Caterer bestätigen

Von der Location bis zur Tischkarte, jeder Punkt baut auf dem vorigen auf.

Häufige Fragen

Wie viele Personen sitzen an einem runden Tisch bei der Hochzeit?

Das hängt vom Durchmesser des Tisches und davon ab, wie die Location eindeckt. Frag bei der Location oder beim Verleih nach der Zahl der Gedecke pro Tisch und rechne mit dieser Zahl, nicht mit einer Faustregel.

Soll das Paar an einem runden Tisch sitzen?

Beides ist üblich. Das Paar kann allein an einem kleinen Tisch sitzen oder mit Trauzeugen oder Eltern an einem runden Tisch. Entscheidend ist die Platzzahl des Tisches: Sie bestimmt, wie viele Begleitungen mitsitzen.

Wohin setze ich die Eltern bei runden Tischen?

Entweder mit an den Ehrentisch, wenn dort Platz ist, oder an benachbarte Tische mit Blick zum Ehrentisch. Sprich vorher mit ihnen und frag, mit wem sie gern sitzen möchten, besonders bei getrennten Eltern.

Was mache ich mit Gästen, die niemanden kennen?

Setze sie nie allein an einen fremden Tisch. Such einen Tisch mit mindestens einer Person, die zum selben Kreis passt, oder setze zwei Einzelgäste zusammen, die vermutlich gut miteinander reden.

Kann ich den Sitzplan auf dem Handy bearbeiten?

Nein. Auf dem Handy siehst du den Plan an, bearbeitet wird er auf einem großen Bildschirm, am Computer oder auf einem Tablet im Querformat.

Kann ich in MyWedding Planner runde Tische anlegen?

Ja. Im Sitzplan legst du den Raum mit runden und rechteckigen Tischen und mit Hindernissen an und ziehst die Gäste per Drag-and-drop auf die Plätze. Du kannst die App kostenlos testen, ohne Karte. Wie das in der Praxis aussieht, siehst du im Leitfaden Sitzplan erstellen.

Geschrieben von Chloé & Meïdy, die MyWedding Planner gegründet haben.

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