Function Sheet für die Hochzeit: was hineingehört, wer es liefert und bis wann
Ein Function Sheet ist das eine Dokument, nach dem Küche, Service und Technik am Hochzeitstag arbeiten: Zeiten, Gästezahl, Menüs, Allergien, Aufbau und Ansprechpersonen auf ein bis drei Seiten. Du stimmst es mit Location und Caterer ab, bis alle dieselbe Fassung in der Hand haben. Unten findest du die Abschnitte der Reihe nach und eine Vorlage-Tabelle mit der Frage, wer was liefert und bis wann.
Die kurze Antwort: ein Dokument, feste Abschnitte, eine gültige Fassung
Ein Function Sheet für eine Hochzeit besteht aus sechs festen Abschnitten: Kopfdaten und Ansprechpersonen, Zeitablauf, Gäste und Menüs, Allergien und Sonderwünsche, Aufbau und Technik sowie Änderungsstand und Freigabe.
Der Begriff kommt aus der Hotellerie und Gastronomie und heißt dort oft auch Veranstaltungsablauf oder F&B-Ablauf. Gemeint ist immer dasselbe: Die Person in der Küche, die Servicekraft am Buffet und die Technik an der Anlage lesen dieselbe Seite und müssen nichts erraten. Das Function Sheet ist deshalb nicht dein interner Plan, sondern die Fassung für die Menschen, die liefern.
Es unterscheidet sich vom Regieplan durch den Blickwinkel. Der Regieplan beschreibt den Tag für alle Beteiligten, das Function Sheet beantwortet die Fragen von Location und Caterer: Wie viele Gedecke, wann wird serviert, was bekommt wer, wo steht was. Wenn du beides führst, nimmst du die Zeiten aus demselben Ablauf und streichst im Function Sheet alles, was Küche und Service nichts angeht.
- Kopfdaten: Datum, Ort, Paar, Ansprechpersonen mit Handynummer am Tag.
- Zeitablauf: Empfang, Essen, Reden, Torte, Party, Ende.
- Gäste und Menüs: Zahl der Gedecke, Menüwahl, Kinder, Dienstleisteressen.
- Allergien: wer, was, an welchem Tisch.
- Aufbau und Technik: Tische, Bühne, Strom, Mikrofon, Anlieferung.
- Änderungsstand: Datum der Fassung, wer hat freigegeben.
Kopfdaten und Ansprechpersonen: wer am Tag erreichbar ist
Oben auf die erste Seite gehören Datum, Name des Paares, Location mit Adresse und für jede Seite eine Ansprechperson, die am Hochzeitstag wirklich ans Telefon geht.
Das klingt banal, ist aber der Abschnitt, der am Tag selbst am häufigsten gebraucht wird. Die Küche will wissen, wen sie anruft, wenn die Torte zu spät kommt. Die Location braucht eine Nummer, wenn die Trauung länger dauert. Trage deshalb nicht nur dich ein, sondern pro Bereich eine Person: Location, Caterer, Technik, Musik, Fotografie. Wenn du selbst am Tag nicht an jeder Stelle bist, steht dort auch, wer aus dem Kreis von Familie und Freunden bestimmte Aufgaben übernimmt.
Ergänze Lieferwege und Zugang: Wo darf die Floristik, wo der Caterer anliefern, wann ist die Location für den Aufbau offen? Das gehört in die Kopfdaten und nicht in den Fließtext weiter hinten, weil alle es zuerst nachschlagen.
Zeitablauf: Empfang, Essen, Reden, Party
Im Zeitablauf stehen nur die Zeitpunkte, an denen Küche, Service oder Technik etwas tun müssen, mit Uhrzeit und einem Satz dazu.
Bei einer Hochzeit in Deutschland sind das meist Sektempfang, gegebenenfalls Kaffee und Kuchen, Einzug zum Abendessen, die Folge der Gänge oder das Buffet, Reden zwischen den Gängen, Anschneiden der Hochzeitstorte, Eröffnungstanz, Party und ein Mitternachtssnack. Nicht jeder Teil kommt in jeder Hochzeit vor, also schreib nur hinein, was geplant ist. Zu jeder Zeile gehört, wer etwas tun muss: „18:30 Uhr, Einzug, Service schenkt Aperitif nach“ ist besser als „18:30 Uhr, Einzug“.
Plane Puffer ein und schreib sie auch auf. Eine Rede, die zehn Minuten länger dauert, verschiebt das Essen. Der Caterer will deshalb wissen, ob der Hauptgang an eine feste Uhrzeit gebunden ist oder auf ein Zeichen von dir ausgegeben wird. Dieses Zeichen und die Person, die es gibt, gehören ins Function Sheet.
Den Zeitablauf musst du nicht zweimal pflegen. Im Hochzeitsprojekt hältst du den Ablauf des Tages mit Uhrzeiten, Programmpunkten und der Frage, wer was übernimmt. Für Freunde und Familie, die am Hochzeitstag helfen, lassen sich dort Einsatzpläne anlegen. Für das Function Sheet übernimmst du aus diesem Ablauf nur die Zeilen, die für Küche, Service und Technik gelten.
Aufbau, Tische und Technik
Der Abschnitt Aufbau sagt, wie die Räume gestellt werden, wer wann was liefert und was die Technik an Strom, Mikrofon und Platz braucht.
Hier steht die Tischform (runde Tische, Tafel, U-Form), die Zahl der Tische mit Nummern und der Sitzplan. Im Hochzeitsprojekt legst du den Sitzplan visuell an: Tische, den Platz jedes Gastes und Regeln wie „immer zusammen“ und „nie zusammen“; das Platzieren der Gäste kann das Projekt automatisch übernehmen. Gedruckt wird er maßstabsgetreu, in A4 oder Letter. Diesen Ausdruck legst du dem Function Sheet bei, damit Service und Location denselben Stand haben wie das Paar.
Dazu kommen alle Dinge, die nicht auf dem Tisch stehen: Bühne oder Tanzfläche, Platz für Band oder DJ, Steckdosen und Stromkreise, Mikrofon für die Reden, Beamer für eine Diashow, Platz für Torte und Geschenketisch. Schreib auf, wer was mitbringt und wer es aufbaut. Frag die Location nach Regeln zu Musik und Ruhezeiten und trag die Uhrzeit ein, die dir die Location nennt.
Getränke sind ein eigener Punkt. Gibt es eine Getränkepauschale, wird Wein mitgebracht und ein Korkgeld berechnet oder bringt jemand eigene Getränke? Das entscheidet, was Service und Bar am Abend tun, und es gehört mit Preisen und Zeitraum in die Absprache, nicht ins Function Sheet. Im Dokument steht nur, wer was ausschenkt und ab wann.
Änderungsstand und Freigabe: damit nur eine Fassung gilt
Jede Seite des Function Sheets trägt Datum und Versionsnummer, und am Ende steht, wer die Fassung freigegeben hat.
Das Hauptproblem ist nicht ein fehlender Abschnitt, sondern eine alte Fassung, die noch in der Küche liegt. Schreib deshalb oben „Stand: (Datum), Version 3“ und schick bei jeder Änderung die neue Datei mit einem Satz dazu, was sich geändert hat. Bitte Location und Caterer, den Empfang kurz zu bestätigen. Die Bestätigung kann eine E-Mail-Antwort sein; wichtig ist, dass du später nachlesen kannst, wer welchen Stand kannte.
Als Richtwert gilt: Die erste vollständige Fassung geht einige Wochen vor der Hochzeit an Location und Caterer, die verbindliche Gästezahl und die Allergien folgen zum Termin aus dem Vertrag, und in der letzten Woche ändert sich nur noch, was sich nicht vermeiden lässt. Die genauen Fristen stehen in den Verträgen mit Location und Caterer; halte dich an diese und nicht an unseren Richtwert.
Bis zur Hochzeit ist das Function Sheet ein lebendiges Dokument, danach ein Nachweis. Hat der Caterer etwas anders gemacht, als es im freigegebenen Stand steht, hast du eine belastbare Grundlage für das Gespräch.
Was aus dem Hochzeitsprojekt kommt und was in deinem Dokument bleibt
MyWedding Pro hat keine Vorlage für ein Function Sheet; das Dokument schreibst du in deinem eigenen Textwerkzeug, und aus dem Hochzeitsprojekt holst du die Daten, die dort ohnehin liegen.
Das sind die Catering-Liste mit Menüs, Ernährungswünschen, Allergien und Plätzen, der Sitzplan als Ausdruck und der Ablauf des Tages mit Programmpunkten. Was du dazuschreibst, sind Ansprechpersonen, Pufferzeiten, Absprachen zu Technik und Getränken sowie der Änderungsstand. Das Projekt versendet nichts an Gäste, Location oder Caterer: Du schickst das Function Sheet mit den Anlagen selbst.
Was im Projekt steht, sieht auch das Paar. Interne Notizen und deine Marge lassen sich dort nicht eintragen, sie bleiben in deinen eigenen Unterlagen. Wann du welchen Schritt der Planung angehst, steht im Projektplan in Phasen. Welche Fragen du dem Paar im Erstgespräch stellst, damit Gästezahl und Ablauf von Anfang an stimmen, findest du im Fragebogen fürs Erstgespräch, und einen Überblick über die Funktionen gibt Software für Hochzeitsplaner.
Zum Ausprobieren: Du kannst dich ohne Karte registrieren und ein Beispielhochzeitsprojekt ansehen (nur lesbar). Die Karte brauchst du erst, wenn du dein erstes echtes Hochzeitsprojekt anlegst und die 14 Tage Testphase starten; währenddessen wird nichts abgebucht. Danach läuft MyWedding Pro als monatliches Abo ohne Mindestlaufzeit.
Vorlage Function Sheet Hochzeit
| Abschnitt | Inhalt | Liefert | Frist |
|---|---|---|---|
| Kopfdaten | Datum, Name des Paares, Location mit Adresse, Zugang für Anlieferung und Aufbau | Wedding Planner | Erste Fassung, einige Wochen vorher |
| Ansprechpersonen | Pro Bereich eine Person mit Handynummer am Tag: Location, Caterer, Technik, Musik, Fotografie | Wedding Planner mit den Dienstleistern | Mit der ersten Fassung |
| Zeitablauf | Uhrzeiten von Sektempfang bis Party-Ende, mit Puffern und der Person, die das Zeichen für den Hauptgang gibt | Wedding Planner | Mit der ersten Fassung, Feinschliff in der letzten Woche |
| Gedecke | Verbindliche Zahl getrennt nach Tagesgästen, Abendgästen, Kindern und Dienstleistern | Paar, bestätigt durch dich | Termin aus dem Vertrag mit dem Caterer |
| Menüwahl | Gewähltes Menü pro Person oder Tisch, Gänge und Reihenfolge | Gäste über die Rückmeldung, von dir geordnet | Termin aus dem Vertrag mit dem Caterer |
| Allergien und Ernährungswünsche | Name, Tisch und genaue Angabe, was nicht vertragen wird | Gäste über die Rückmeldung, von dir weitergegeben | Mit der Menüwahl, Änderungen sofort |
| Kinder | Zahl, Alter, Kinderteller oder kleinere Portionen, Zeitpunkt des Essens | Paar und du | Mit der Gästezahl |
| Dienstleisteressen | Wer isst mit, wie viele Personen, wann und wo | Dienstleister und Caterer | Mit der Gästezahl |
| Tische und Sitzplan | Tischform, Zahl und Nummern der Tische, Sitzplan als Ausdruck | Wedding Planner | Nach der Gästezahl, Änderungen bis kurz vorher |
| Aufbau und Anlieferung | Wer liefert wann was, wer baut auf, wer baut ab | Location, Caterer, Floristik, Wedding Planner | Mit dem Zeitablauf |
| Technik | Strom, Mikrofon, Beamer, Platz für Band oder DJ, Ruhezeiten laut Location | Technik, Musik, Location | Einige Wochen vorher abstimmen |
| Getränke | Wer schenkt was ab wann aus, Getränkepauschale oder mitgebrachte Getränke | Caterer und Location | Mit dem Zeitablauf |
| Änderungsstand und Freigabe | Datum, Versionsnummer, Bestätigung von Location und Caterer | Wedding Planner | Bei jeder neuen Fassung |
Richtwerte für die Fristen: Verbindlich sind die Termine in den Verträgen mit Location und Caterer. Das Function Sheet selbst schreibst du in deinem eigenen Werkzeug; MyWedding Pro liefert die Catering-Liste, den Sitzplan und den Ablauf als Anlagen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Function Sheet und Regieplan?
Das Function Sheet ist die Fassung für Küche, Service und Technik mit Gedecken, Menüs und Aufbau. Der Regieplan beschreibt den Tag für alle Beteiligten. Die Uhrzeiten nimmst du aus demselben Ablauf.
Wie lang sollte ein Function Sheet für eine Hochzeit sein?
Ein bis drei Seiten reichen. Was Küche und Service nicht brauchen, gehört nicht hinein. Listen mit Menüs und Allergien hängst du als Anlage an, damit das Dokument lesbar bleibt.
Kann ich das Function Sheet in MyWedding Pro anlegen?
Nein. Eine Vorlage für ein Function Sheet gibt es in MyWedding Pro nicht. Die Catering-Liste, den Sitzplan und den Ablauf des Tages holst du aus dem Hochzeitsprojekt und hängst sie als Anlagen an dein eigenes Dokument.
Wie gebe ich Allergien an den Caterer weiter?
Schriftlich, mit Name der Person, Tisch und genauer Angabe. Die Catering-Liste im Hochzeitsprojekt zeigt Ernährungswünsche und Allergien pro Tisch oder Programmpunkt und lässt sich drucken oder als CSV exportieren.
Wann schicke ich das Function Sheet an Location und Caterer?
Die erste vollständige Fassung geht einige Wochen vor der Hochzeit raus. Maßgeblich sind die Fristen in deinen Verträgen, vor allem für die verbindliche Gästezahl.
Wer bekommt am Hochzeitstag das Function Sheet?
Die Ansprechpersonen von Location, Caterer und Technik und du selbst, jeweils in der freigegebenen Fassung. Drucke die Fassung aus und gib sie persönlich ab, damit niemand mit einem alten Stand arbeitet.