Kindertisch bei der Hochzeit: ja oder nein, und wie plant man ihn?
Ein Kindertisch lohnt sich, wenn mehrere Kinder im Vorschul- oder Grundschulalter kommen, die sich kennen oder schnell anfreunden. Kleinkinder und Babys sitzen besser bei ihren Eltern, und ein einzelnes Kind sitzt selten gern allein an einem Kindertisch. Auf dieser Seite findest du Kriterien für die Entscheidung, Hinweise zu Lage, Betreuung und Essen und eine Tabelle für jede Situation.
Brauchst du einen Kindertisch bei der Hochzeit?
Einen Kindertisch planst du, wenn mehrere Kinder im Vorschul- oder Grundschulalter eingeladen sind, und lässt ihn weg, wenn nur wenige oder sehr kleine Kinder kommen.
Das ist gängige Praxis und keine Regel. Ein Kindertisch hat einen klaren Nutzen: Die Kinder essen zusammen, die Eltern können in Ruhe sitzen, und für die Kinder gibt es einen Platz, an dem sie nicht stillsitzen müssen, bis alle Reden gehalten sind. Er hat auch einen Preis: Die Eltern sitzen woanders, das Essen läuft ohne ihre Hilfe, und jemand muss ein Auge auf den Tisch haben.
Wie du den Sitzplan insgesamt aufbaust, steht im Leitfaden Sitzplan erstellen. Diese Seite geht nur auf die Kinder ein.
Ja oder nein: fünf Fragen, die die Entscheidung klären
Ob ein Kindertisch sinnvoll ist, hängt von fünf Dingen ab: wie viele Kinder kommen, wie alt sie sind, ob sie sich kennen, was die Eltern wollen und wie lang der Abend dauert.
- Wie viele Kinder kommen? Bei einem oder zwei Kindern ist ein eigener Tisch selten die beste Lösung. Ab mehreren Kindern in ähnlichem Alter wird er zur sinnvollen Option.
- Wie alt sind sie? Babys und Kleinkinder brauchen ihre Eltern beim Essen. Vorschul- und Grundschulkinder sitzen oft gern unter sich. Teenager wollen meistens nicht an einen Kindertisch und gehören an einen Tisch mit Erwachsenen oder Gleichaltrigen.
- Kennen sie sich? Cousins und Cousinen, die sich ohnehin ständig sehen, funktionieren am Kindertisch. Kinder, die sich nicht kennen, brauchen am Anfang Hilfe, sonst sitzen sie nebeneinander und schweigen.
- Was wünschen sich die Eltern? Manche Eltern sind froh über eine Pause, andere wollen ihr Kind beim Essen neben sich haben. Frag früh nach, am besten vor dem Sitzplan und nicht danach.
- Wie lang wird der Abend? Bei einer langen Feier mit Reden zwischen den Gängen hilft ein Kindertisch, weil die Kinder sich dort bewegen und beschäftigen dürfen. Bei einem kurzen Essen reicht oft ein Platz bei den Eltern.
Wenn die Antwort bei mindestens drei Fragen für einen Kindertisch spricht, ist er meist eine gute Wahl. Wenn die Antworten gemischt sind, ist die Mischform oft besser: Die Kleinen sitzen bei den Eltern, die Größeren an einem eigenen Tisch.
Ab welchem Alter sitzen Kinder am Kindertisch?
Als Faustregel der Praxis sitzen Kinder ab dem Vorschulalter am Kindertisch, wenn sie allein essen und eine Weile ohne ihre Eltern auskommen.
Eine feste Altersgrenze gibt es nicht, und du brauchst auch keine. Entscheidend ist, ob das einzelne Kind ohne Eltern am Tisch zurechtkommt. Ein Dreijähriger, der bei jeder Gelegenheit nach der Mutter ruft, sitzt bei ihr besser. Ein sechsjähriges Kind, das mit seinen Cousins am liebsten alles gemeinsam macht, sitzt dort besser, wo die Cousins sitzen.
Hilfreich ist ein Satz an die Eltern: „Wir planen einen Kindertisch in Sichtweite. Möchtet ihr, dass euer Kind dort sitzt, oder lieber bei euch?“ So bleibt die Entscheidung bei den Eltern, und du musst niemanden raten lassen.
Für Teenager gilt: Setze sie nicht an den Kindertisch, auch wenn sie noch zur Familie der Kinder gehören. Ein Tisch mit Cousins und Cousinen im Teenageralter, die sich kennen, funktioniert oft besser als der Platz zwischen Erwachsenen, die man kaum kennt.
Wo steht der Kindertisch im Raum?
Der Kindertisch steht in Sichtweite der Eltern, weg von Lautsprechern und Ausgängen und nicht direkt neben der Tanzfläche.
- Sichtkontakt zu den Eltern. Die Kinder müssen ihre Eltern sehen, und die Eltern ihre Kinder. Das beruhigt beide Seiten und spart Wege durch den Raum.
- Abstand zu Lautsprechern. Laute Musik ermüdet Kinder schnell und macht das Gespräch unmöglich. Auch für das Essen ist es besser, wenn der Tisch nicht neben den Boxen steht.
- Abstand zu Ausgängen. Kinder laufen gern los. Ein Tisch an der Tür oder am Weg zur Terrasse, zur Straße oder zum Parkplatz ist ungünstig.
- Abstand zum Service. Der Service läuft mit heißen Tellern durch den Raum. Der Kindertisch sollte nicht in einem engen Durchgang stehen.
- Nähe zu den Toiletten. Kleinere Kinder müssen oft zur Toilette. Ein kurzer Weg hilft und macht den Abend leichter.
Wo das in deiner Location möglich ist, siehst du am besten im Raumplan. Im Sitzplan von MyWedding Planner legst du den Raum mit seinen Tischen (rund, rechteckig oder als zusammengesetzte Module) und seinen Hindernissen an und ziehst die Gäste per Drag-and-drop auf die Plätze. Der Plan wird auf einem großen Bildschirm bearbeitet, auf dem Handy kannst du ihn ansehen.
Die Eltern setzt du an Tische, von denen sie zum Kindertisch hinsehen. Mehr zu runden Tischen und ihrer Platzzahl steht unter runde Tische.
Betreuung und Beschäftigung am Kindertisch
Die Verantwortung für die Kinder bleibt bei den Eltern, und trotzdem hilft es, wenn eine Person den Kindertisch im Blick hat und die Eltern das vorher wissen.
Sag den Eltern vorab, wer den Tisch betreut und was das bedeutet: Die Person schaut, dass niemand verloren geht, hilft beim Essen und ruft die Eltern, wenn etwas ist. Sie übernimmt keine Pflichten, die sonst bei den Eltern liegen. Frag die Person vorher, ob sie das gern übernimmt. Gut geeignet sind ältere Cousins oder Cousinen, ein befreundeter Babysitter oder eine Person, die du für den Abend dafür buchst.
Beschäftigung brauchst du nicht in großem Stil. Wenige Dinge, die auf dem Tisch liegen, reichen:
- Malblätter und Stifte, am besten mit dem Namen des Paares oder einem Motiv zur Hochzeit
- ein kleines Rätselheft oder ein Suchbild
- Knete oder Bastelmaterial, das sich leicht aufräumen lässt
- ein Spiel, das auch ohne Aufsicht funktioniert, zum Beispiel Memory
- eine kleine Tüte pro Kind mit Stiften, Aufklebern und einem Snack
Vermeide alles, was Lärm macht, klebt oder sich nur schwer wieder einpacken lässt. Plane außerdem einen Rückzugsort ein, wenn die Location einen hat: eine Ecke mit Decke und Kissen, in der müde Kinder ruhen können. Frag die Location, ob das geht.
Kündige den Eltern an, wann die Kinder essen. Wenn das Kinderessen vor den Erwachsenen kommt, sind die Kinder früher satt und die Eltern entspannter, wenn der Hauptgang serviert wird.
Kinderessen, Allergien und Absprache mit dem Caterer
Das Kinderessen klärst du mit dem Caterer, bevor du die Karten druckst, denn nicht jeder Caterer bietet ein Kindermenü an und die Kosten können sich unterscheiden.
Frag nach drei Dingen: Gibt es ein eigenes Kindermenü oder halbe Portionen aus dem normalen Menü? Ab welchem Alter gilt es, und wie ist der Preis? Kann das Kinderessen früher serviert werden? Die Antworten schreibst du dir auf und gibst sie an die Eltern weiter, damit niemand überrascht ist.
Allergien und Unverträglichkeiten sind bei Kindern ebenso wichtig wie bei Erwachsenen, aber du erfährst sie nur von den Eltern. Frag sie ausdrücklich, auch bei Kindern, die „nur“ etwas nicht mögen. In MyWedding Planner trägst du pro Gast Menüwahl sowie Ernährungswünsche und Allergien ein und siehst alles in der Catering-Ansicht. Wie du das sauber abfragst, steht unter Allergien und Menüwahl abfragen.
Für den Caterer ist die Zahl der Gedecke wichtig. Der CSV-Export pro Gast oder pro Tisch gehört zum Vollzugang und ist in der kostenlosen Testversion nicht verfügbar. Wenn der Caterer eine Liste braucht, bevor du bezahlt hast, kannst du ihm die Zahlen auch von Hand weitergeben.
Platzkarten und Ausdruck: Kinder im Plan sichtbar machen
Mach den Kindertisch auf dem gedruckten Plan und auf den Tischkarten erkennbar, damit Eltern und Service ihn sofort finden.
Gib dem Kindertisch eine eigene Nummer oder einen eigenen Namen und lass ihn im Plan nicht ungenannt. Auf den Tischkarten der Kinder steht ihr Name, ein Symbol oder ein kleines Bild, damit sie ihren Platz selbst finden. Auf den Karten der Eltern steht, an welchem Tisch ihr Kind sitzt, wenn es nicht bei ihnen ist.
In MyWedding Planner gehören Tischkarten, Tischnummern, das Programm und die Aufgabenliste zu den Druckvorlagen. Den Sitzplan selbst kannst du maßstabsgetreu auf A4 drucken, mit einer alphabetischen Liste der Gäste samt Tisch und einer Seite pro Tisch mit den Gästen. So findet jeder Gast seine Nummer, und der Service weiß, welche Kinder wo sitzen.
Die Gästeliste ist nach Gruppen geordnet, zum Beispiel nach Familien, mit Kategorien wie Familie oder Freunde. Im Sitzplan legst du Regeln zwischen Gästen fest. Die Regeln „immer zusammen“ und „eher zusammen“ helfen, wenn mehrere Kinder am selben Tisch sitzen sollen.
Der Ehrentisch ist ein eigenes Thema. Ob Kinder des Paares dort mitsitzen, entscheidest du getrennt, siehe Ehrentisch bei der Hochzeit.
Kindertisch oder bei den Eltern?
| Situation | Empfehlung | Warum | Was du vorbereitest |
|---|---|---|---|
| Baby oder Kleinkind | Bei den Eltern | Es braucht seine Eltern beim Essen und beim Schlafen. | Platz für Kinderstuhl oder Reisebett, Absprache mit der Location |
| Vorschulkind | Kommt auf das Kind an | Manche essen gern unter sich, andere brauchen die Eltern in der Nähe. | Eltern fragen, Kindertisch in Sichtweite planen |
| Grundschulkind | Meist Kindertisch | Es isst allein und sitzt gern mit anderen Kindern. | Beschäftigung auf dem Tisch, Kinderessen beim Caterer klären |
| Teenager | Bei Erwachsenen oder Gleichaltrigen | Ein Kindertisch wirkt auf sie schnell kindisch. | Platz bei Cousins, Cousinen oder Freunden im ähnlichen Alter |
| Ein einzelnes Kind | Bei den Eltern | Allein an einem Kindertisch ist es einsam. | Platz am Tisch der Eltern, kleine Beschäftigung für das Kind |
| Viele Kinder ähnlichen Alters | Kindertisch | Sie unterhalten sich, und die Eltern sitzen ruhiger. | Betreuungsperson, Tisch in Sichtweite, Malsachen |
| Kinder, die sich nicht kennen | Kindertisch mit Starthilfe | Ohne Anstoß sitzen sie nebeneinander und schweigen. | Betreuungsperson, ein gemeinsames Spiel, Namensschilder |
Gängige Praxis, keine Norm. Die Eltern entscheiden mit, frag sie früh.
Häufige Fragen
Ab wie vielen Kindern lohnt sich ein Kindertisch?
Ab mehreren Kindern in ähnlichem Alter, die sich kennen. Bei ein oder zwei Kindern sitzen sie meist besser bei ihren Eltern.
Müssen die Eltern mit am Kindertisch sitzen?
Nein. Der Sinn des Kindertischs ist, dass die Eltern woanders sitzen. Sie sollten ihn aber sehen können, und eine Person aus dem Umfeld sollte den Tisch im Blick haben. Die Verantwortung für die Kinder bleibt bei den Eltern.
Wo setze ich Teenager hin?
An einen Tisch mit Erwachsenen oder Gleichaltrigen, nicht an den Kindertisch. Ein Tisch mit Cousins, Cousinen oder Freunden im ähnlichen Alter funktioniert meist am besten.
Wie finde ich heraus, was die Eltern wollen?
Frag sie direkt, bevor du den Sitzplan machst. Ein kurzer Satz reicht: „Wir planen einen Kindertisch in Sichtweite, soll euer Kind dort sitzen oder bei euch?“
Wie läuft das Kinderessen ab?
Das klärst du mit dem Caterer: ob es ein Kindermenü gibt oder halbe Portionen, ab welchem Alter es gilt und ob es früher serviert werden kann. Allergien und Unverträglichkeiten erfährst du von den Eltern.
Kann ich in MyWedding Planner Kinder als Kinder anlegen?
Ja. In der Gästeliste hat jede Person eine Altersgruppe. Im Sitzplan ziehst du sie per Drag-and-drop an ihren Platz. Du kannst die App kostenlos testen, ohne Karte.