Standesamt und Hochzeitsfeier an verschiedenen Tagen planen

Oft heiraten Paare in Deutschland zuerst beim Standesamt, im kleinen Kreis, und feiern an einem anderen Tag mit allen Gästen, mit freier oder kirchlicher Trauung. Hier steht, was du dafür klärst, ohne Fristen oder Unterlagen zu versprechen, die nur dein Standesamt kennt, und wie du beide Tage in MyWedding Planner anlegst. Den Tag der Feier selbst planst du mit dem Ablaufplan für die Hochzeit.

Standesamt und Feier: warum viele Paare sie trennen

In Deutschland zählt rechtlich die Ehe, die vor dem Standesamt geschlossen wird. Eine kirchliche oder freie Trauung hat keine rechtliche Wirkung als Eheschließung. Deshalb sind zwei Wege üblich: Standesamt und Feier am selben Tag, oder das Standesamt an einem eigenen Termin und die große Feier danach.

Beim eigenen Termin findet das Standesamt oft in kleinem Rahmen statt: Familie, Trauzeugen und ein paar Menschen, die dir besonders wichtig sind. Der Termin liegt häufig an einem Wochentag, an einem Freitag zum Beispiel, oder einige Wochen vor der Feier. Die Feier bekommt dann ihre eigene Trauung, kirchlich oder frei, mit Zeit für persönliche Worte und Rituale.

Drei Fragen helfen bei der Entscheidung:

  • Wie viele Menschen sollen beim Standesamt dabei sein, und wie viele haben dort Platz? Das sagt dir das Standesamt.
  • Soll die Feier eine eigene Trauung bekommen, mit mehr Zeit und mehr Gästen, als ein Termin beim Standesamt bietet?
  • Liegt dein Wunschtermin beim Standesamt an einem Tag, an dem du auch feiern willst, oder lieber an einem anderen? Frag nach freien Terminen.

Es gibt kein Richtig oder Falsch. Wichtig ist, dass beide Tage zusammenpassen: wer wann wo ist, was an welchem Tag passiert und wer überhaupt eingeladen ist.

Standesamtliche Trauung planen: Anmeldung, Ort und Trauzeugen

Am Anfang steht die Anmeldung zur Eheschließung. In Deutschland machst du sie meist gemeinsam mit der Person, die du heiratest, bei einem Standesamt, in dessen Bezirk einer der beiden wohnt, mit den nötigen Unterlagen. Ob beide persönlich erscheinen müssen, sagt dir das Standesamt. Im Alltag heißt dieser Schritt oft noch „Aufgebot bestellen“. Welche Unterlagen nötig sind, wie früh du anmelden kannst und wie lange die Anmeldung gilt, sagt dir das Standesamt. Frag dort nach, bevor du einen Termin für die Feier fest zusagst.

Früh nachfragen lohnt sich: Beliebte Termine sind schnell vergeben. Bei einer ausländischen Staatsangehörigkeit oder nach einer früheren Ehe kommen oft zusätzliche Unterlagen dazu. Frag in diesen Fällen sehr früh nach.

Ort: Standesamt oder Außentrauort

Heiraten kannst du in Deutschland grundsätzlich in jedem Standesamt, nicht nur in dem, bei dem du die Eheschließung angemeldet hast. Oft gibt es zusätzlich Außentrauorte, etwa ein Schloss, ein Schiff oder einen Garten. Welche Orte möglich sind und was dort gilt, erfährst du beim Standesamt.

Trauzeugen: in Deutschland beim Standesamt freiwillig

In Deutschland sind Trauzeugen beim Standesamt freiwillig, in der Kirche werden sie oft verlangt. Willst du welche, frag beim Standesamt, was für sie gilt, zum Beispiel welchen Ausweis sie mitbringen. Trauzeugen haben außerdem eine Ehrenrolle, die mit dem Standesamt nichts zu tun hat. Oft planen sie den Junggesellenabschied, halten eine Rede und helfen dir am Tag der Feier. Schreib in den Ablauf, wer an welchem Tag gebraucht wird.

Name und Urkunden

Beim Standesamt gibst du auch die Erklärung zum Namen ab: gemeinsamer Name, Doppelname oder beide behalten ihren Namen. Ein gemeinsamer Name ist kein Muss, und das Standesamt erklärt dir die Möglichkeiten. Danach bestellst du Eheurkunden, gleich mehrere Exemplare, die du für Arbeitgeber, Bank und Ämter brauchen kannst, wenn sich ein Name ändert.

Standesamt und freie Trauung: die Feier mit eigener Trauung

Auf der Feier gibt es meist eine eigene Trauung. Diese Trauung ist keine zweite Eheschließung im rechtlichen Sinn, sondern der Moment, den deine Gäste erleben.

  • Freie Trauung. Die freie Trauung ist unabhängig von der Kirche und lässt sich persönlich gestalten: eigene Worte, Rituale, Musik. Oft findet sie im Freien statt. Kläre früh, wer sie hält, wie lange sie dauert und wo sie bei schlechtem Wetter stattfindet.
  • Kirchliche Trauung. Sprich früh mit der Kirchengemeinde: Termin, Traugespräch und welche Unterlagen verlangt werden, bei einer katholischen Trauung zum Beispiel der Taufschein. Die Gemeinde sagt dir, was gilt, und Termine sind oft weit im Voraus vergeben.

Leg fest, was an welchem Tag passiert: der Ringtausch, die Reden deiner Trauzeugen, die Fotos im Hochzeitsoutfit. Manche Paare tauschen die Ringe schon beim Standesamt, andere heben sich den Moment für die Feier auf. Frag dich auch, was du beim Standesamt trägst: das Outfit der Feier oder ein eigenes. Und kläre, wer beim Standesamt fotografiert und ob das dort erlaubt ist: Das sagt dir das Amt.

Standesamt und Feier am selben Tag

Der andere Weg: alles an einem Tag. Dann ist das Standesamt der erste Programmpunkt, in der Stadt oder an einem Außentrauort, und der Tag braucht Platz für die Fahrt zur Location. Unter „Nicht vergessen“ gibt es dafür den Punkt „Fahrtzeit zwischen Trauort und Location messen“, mit einer halben Stunde Puffer für Fotos unterwegs.

Kreuzt du im Fragebogen Standesamt und eine freie oder kirchliche Trauung an, schlägt die App für das Standesamt 12:30 Uhr und für die andere Trauung 14 Uhr vor, jeweils als Programmpunkt mit eigener Uhrzeit. Im Ablauf kennt der Vorschlag nur einen Eintrag „Trauung“ um 14 Uhr: Ergänze einen eigenen Eintrag für das Standesamt. Wie der restliche Tag aussieht, steht im Ablaufplan für die Hochzeit.

So legst du Standesamt und Feier in MyWedding Planner an

  1. Trauungen wählen. Im Fragebogen kreuzt du unter „Wie heiratest du?“ mehrere Trauungen an, zum Beispiel „Standesamtlich“ und „Freie Trauung“. Daraus schlägt die App die Programmpunkte vor, mit Sektempfang und Abendessen. Du kannst alles später ändern.
  2. Datum und Uhrzeit festlegen. In deiner Übersicht steht die Karte „Programmpunkte“. Dort bekommt jeder Programmpunkt sein eigenes Datum und seine eigene Uhrzeit. Setze das Standesamt auf seinen Tag, zum Beispiel den Freitag, und die Feier auf den Samstag. Verschiebst du später das Hochzeitsdatum, wandern alle Programmpunkte um dieselbe Anzahl Tage mit.
  3. Gäste einladen. In der Gästeliste legst du pro Person fest, zu welchen Programmpunkten sie eingeladen ist („Eingeladen zu“): den engsten Kreis zum Standesamt, alle zur Feier. Mehrere Gäste markierst du auf einmal über „Zu Programmpunkten einladen“. Auf der Hochzeitswebsite sieht jede Person bei der Rückmeldung nur ihre Programmpunkte, mit Datum und Uhrzeit.
  4. Einen Tag im Ablauf anlegen. Unter „Ablauf“ legst du für das Standesamt einen eigenen Tag an: „Tag hinzufügen“, als Name „Standesamt“, dazu das Datum. Das Datum ist nötig, damit die Hochzeitswebsite deinen Gästen den richtigen Tag anzeigt. In diesen Tag kommen die Einträge: Fahrt, Trauung, Gratulation, Fotos, vielleicht ein gemeinsames Essen. Die drei Tage, die die App vorgibt, heißen „Der Vortag“, „Der Hochzeitstag“ und „Der Tag danach“, und ein neu angelegter Tag kommt ans Ende der Liste. Ändert sich das Hochzeitsdatum, prüfe das Datum deines Standesamt-Tages.
  5. Auswählen, was Gäste sehen. Im Editor der Hochzeitswebsite wählst du im Abschnitt „Ablauf“ die Einträge aus, die erscheinen: Blende das Standesamt aus, wenn nur ein kleiner Kreis dabei ist. Beim „Programm für den Hochzeitstag“ unter „Druckvorlagen“ wählst du ebenfalls Tage und Einträge. Bearbeiten kannst du die Website schon in der Testversion, veröffentlicht wird sie mit dem Vollzugang.
  6. Formalitäten festhalten. Unter „Nicht vergessen“ findest du im Thema „Formalitäten“ Punkte wie „Eheschließung beim Standesamt anmelden“, „Trauzeugen beim Standesamt angeben“ und „Eheurkunden beim Standesamt bestellen“. Mit „Zu Aufgaben hinzufügen“ landen sie als Entwurf unter „Aufgaben“.

Die App verschickt nichts an deine Gäste. Den Link zur Hochzeitswebsite teilst du selbst, und wer noch nicht geantwortet hat, erinnerst du selbst. Wie die Rückmeldung funktioniert, steht im Ratgeber Rückmeldung zur Hochzeit, wie du die Liste aufbaust, in der Gästeliste für die Hochzeit. Wenn du deine Hochzeit in MyWedding Planner planst, legst du beide Tage dort an.

Österreich und Schweiz: andere Regeln

Dieser Ratgeber beschreibt Deutschland. In Österreich heißt das Amt ebenfalls Standesamt, das Verfahren davor ist ein anderes. In der Schweiz heißt es Zivilstandsamt und die zivile Trauung Ziviltrauung, und dort kommt die zivile Trauung vor der kirchlichen. Frag beim zuständigen Amt nach, was für dich gilt.

Die Checkliste für Standesamt und Feier

  • Beim Standesamt nachfragen: Anmeldung zur Eheschließung, nötige Unterlagen, Fristen und freie Termine
  • Entscheiden, ob das Standesamt am Tag der Feier oder an einem eigenen Tag stattfindet
  • Standesamt oder Außentrauort wählen und fragen, wie viele Gäste dabei sein können
  • Entscheiden, ob du Trauzeugen möchtest, und beim Standesamt nachfragen, was für sie gilt
  • Festlegen, wer beim Standesamt dabei ist und wer erst zur Feier eingeladen wird
  • Gültige Ausweise und die Unterlagen bereithalten, die das Standesamt nennt
  • Die Trauung für die Feier planen: freie Trauung oder Termin in der Kirchengemeinde
  • Festlegen, was an welchem Tag passiert: Ringtausch, Reden, Fotos
  • Das Outfit für das Standesamt klären
  • Klären, wer beim Standesamt fotografiert und ob das dort erlaubt ist
  • Programmpunkte mit Datum und Uhrzeit anlegen und die Gäste pro Person einladen
  • Im Ablauf einen eigenen Tag für das Standesamt anlegen, mit Datum
  • Fahrtzeit und Puffer zwischen Standesamt und Feier einplanen, falls beides am selben Tag liegt
  • Eheurkunden bestellen und Arbeitgeber, Bank und Versicherungen informieren, falls sich der Name ändert

Eine Liste zum Abhaken. Was genau verlangt wird, sagt dir dein Standesamt: Wir nennen hier bewusst keine Fristen und keine Unterlagenliste.

Häufige Fragen

Müssen Standesamt und Feier am selben Tag stattfinden?

Nein. In Deutschland sind die standesamtliche Trauung und die Feier getrennte Dinge: Das Standesamt hat seine eigenen Termine, die Feier legst du selbst fest. Manche Paare wählen zwei Tage, andere einen. Frag beim Standesamt nach freien Terminen.

Zählt eine freie oder kirchliche Trauung rechtlich?

In Deutschland nicht als Eheschließung. Rechtlich zählt die Ehe, die vor dem Standesamt geschlossen wird. Die freie oder kirchliche Trauung ist der Moment, den du mit deinen Gästen feierst.

Brauche ich Trauzeugen beim Standesamt?

In Deutschland sind Trauzeugen beim Standesamt freiwillig (§ 1312 BGB). In der Kirche werden sie oft verlangt, frag in deiner Gemeinde. In Österreich und in der Schweiz gelten andere Regeln. Was für Trauzeugen gilt, zum Beispiel beim Ausweis, sagt dir das Standesamt.

Kann ich in einem anderen Standesamt oder an einem besonderen Ort heiraten?

In Deutschland grundsätzlich ja: Du meldest die Eheschließung bei einem Standesamt an, in dessen Bezirk du oder die Person, die du heiratest, wohnt; heiraten kannst du in jedem Standesamt, oft auch an einem Außentrauort wie einem Schloss, einem Schiff oder einem Garten. Welche Orte möglich sind, sagt dir das Standesamt.

Was brauche ich für die Anmeldung zur Eheschließung?

Das hängt von deinem Fall ab, zum Beispiel von der Staatsangehörigkeit, und vom Standesamt. Eine feste Liste nennen wir hier bewusst nicht, weil sie falsch sein könnte. Frag beim Standesamt nach den Unterlagen, und frag früh.

Wie lege ich Standesamt und Feier in der App an?

Kreuze im Fragebogen mehrere Trauungen an, gib jedem Programmpunkt in der Übersicht sein Datum und seine Uhrzeit, lege pro Person fest, zu welchen Programmpunkten sie eingeladen ist, und füge im Ablauf mit „Tag hinzufügen“ einen eigenen Tag für das Standesamt hinzu, mit Datum.

Gilt das auch in Österreich und der Schweiz?

Nicht in allem. Dieser Ratgeber beschreibt Deutschland. In Österreich und in der Schweiz sind Verfahren und Reihenfolge anders, in der Schweiz kommt die zivile Trauung vor der kirchlichen. Frag beim zuständigen Standesamt oder Zivilstandsamt nach.

Geschrieben von Chloé & Meïdy, die MyWedding Planner gegründet haben.

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