Hochzeit planen mit wenig Geld: erst die Grenze, dann die Hebel

Wer mit wenig Geld heiratet, spart nicht an vielen Kleinigkeiten, sondern entscheidet früh über wenige große Dinge: eine feste Obergrenze, drei Prioritäten und eine kleinere oder anders gebaute Feier. Danach hilft nur noch, jede Ausgabe gegen die Grenze zu halten. Die Tabelle weiter unten zeigt, welcher Hebel viel bringt und was du dafür aufgibst.

Die kurze Antwort: Obergrenze, drei Prioritäten, ein anderes Format

Leg zuerst fest, wie viel du höchstens ausgeben willst, wähle dann zusammen mit deinem Partner oder deiner Partnerin drei Dinge, die dir wirklich wichtig sind, und spare an den großen Hebeln: Gästezahl, Wochentag und Saison, Art des Essens und Location.

Viele kleine Spartipps (Papier, Servietten, Gastgeschenke) verändern die Summe kaum. Eine Gästeliste, die um ein Drittel kürzer ist, verändert Essen, Getränke, Raum und Tischzahl auf einmal. Deshalb lohnt sich die Reihenfolge: erst die großen Entscheidungen, dann die Details.

Und danach gilt: konsequent mitschreiben. Ein kleines Budget geht selten durch eine einzige teure Entscheidung kaputt, sondern durch viele Posten, die niemand zusammengezählt hat.

Die Obergrenze festlegen, bevor du die erste Location besichtigst

Die Obergrenze ist die Summe, über die du nicht hinausgehen willst, und sie gehört an den Anfang, weil jede Besichtigung und jedes Angebot sie sonst nach oben schiebt.

Rechne dafür von dem aus, was du tatsächlich hast: Erspartes, das du einsetzen willst, dazu Geld, das du sicher bekommst. Geschenke und Geldgeschenke der Gäste gehören nicht in diese Rechnung, denn sie kommen erst nach der Feier und sind nicht planbar. Wer fest mit ihnen kalkuliert, finanziert die Hochzeit auf Kredit bei den eigenen Gästen.

Ein Durchschnittswert aus einer Umfrage hilft dir hier nicht weiter. Solche Zahlen stammen oft von Anbietern aus der Branche und beschreiben Paare mit ganz anderen Wünschen als deinen. Deine Grenze ist die richtige, wenn du sie ohne Bauchschmerzen einhalten kannst.

Plane außerdem einen Puffer ein, etwa als eigenen Posten „Unvorhergesehenes“. Fast jede Hochzeit hat am Ende ein paar Ausgaben, an die vorher niemand gedacht hat. Wie du die Summe auf Posten verteilst, steht ausführlich in Hochzeitsbudget: so verteilst du die Summe.

Drei Prioritäten als Paar wählen

Wähle gemeinsam mit der Person, die du heiratest, drei Dinge, bei denen ihr beide nicht kürzen wollt, und sei bei allem anderen bereit, einfacher zu werden.

Jede Person schreibt für sich auf, woran sie sich in zehn Jahren erinnern möchte: das Essen, die Musik, die Fotos, ein bestimmter Ort, die Anwesenheit einer bestimmten Person, eine lange Nacht. Danach legt ihr beide die Listen nebeneinander. Meist überschneiden sie sich weniger, als man denkt, und genau dort lohnt sich das Gespräch.

Die drei Prioritäten bekommen den Teil des Budgets, den sie brauchen. Alles andere teilt sich den Rest. Das fühlt sich anfangs hart an, erspart dir aber Dutzende Einzelentscheidungen: Bei jedem Angebot reicht die Frage, ob es zu einer der drei Prioritäten gehört.

  • Wenn gutes Essen zählt, sparst du eher bei Deko und Papeterie.
  • Wenn Fotos zählen, sparst du eher bei Location-Extras und Musik.
  • Wenn eine lange Feier mit Tanz zählt, sparst du eher am Menü und an der Gästezahl.

Die großen Hebel: Gäste, Wochentag, Essen, Location

Vier Entscheidungen bestimmen den größten Teil der Kosten: wie viele Gäste kommen, an welchem Tag und in welcher Saison du feierst, wie gegessen wird und wo.

Weniger Gäste oder weniger Gäste pro Programmpunkt

Jede Person auf der Liste kostet Essen, Getränke, Platz und Service, deshalb wirkt die Gästezahl stärker als jede andere Stellschraube. Gehe die Liste Name für Name durch und frage dich bei jedem: Würden wir diese Person einladen, wenn wir sie persönlich einladen müssten?

Du musst nicht alle gleich behandeln. Viele Paare laden die engsten Menschen zu Trauung, Essen und Feier ein und weitere Gäste nur zur Party am Abend. Wie das aussehen kann, steht in Gäste nur zur Party: so planst du Abendgäste. Wie du die Liste insgesamt aufbaust, beschreibt Gästeliste für die Hochzeit.

Freitag oder Nebensaison statt Samstag im Sommer

Der gefragteste Termin ist meist der teuerste, deshalb entlastet ein Freitag oder ein Termin außerhalb der Hochsaison oft das Budget. Frag bei jeder Location und jedem Dienstleister, ob es für andere Tage oder Monate andere Konditionen gibt. Manche haben feste Preise, andere verhandeln gern, wenn der Termin sonst frei bliebe.

Der Preis dafür: Gäste müssen sich freinehmen, und manche können nicht kommen. Bei einer kleinen Runde ist das meist verkraftbar, bei einer großen Familie nicht immer.

Standesamt im kleinen Kreis, Feier später

Viele Paare lassen sich beim Standesamt im kleinsten Kreis trauen und holen die größere Feier erst später oder in einfacherer Form nach. So verteilst du die Ausgaben auf einen längeren Zeitraum. Welche Unterlagen du mitbringen musst, was die Anmeldung kostet und welche Termine möglich sind, unterscheidet sich je nach Amt: Frag bei deinem Standesamt nach. Mehr zum Zusammenspiel von Trauung und Feier steht in Standesamt und Feier.

Buffet statt Menü, und eine Location mit freier Caterer-Wahl

Beim Essen sparst du vor allem durch ein einfacheres Format und durch die Freiheit, selbst zu wählen, wer kocht. Ein Buffet oder ein Gericht zum Teilen kann günstiger sein als ein Menü mit mehreren Gängen am Tisch, muss es aber nicht: Frag bei mehreren Caterern nach dem Preis pro Person für beide Varianten.

Viele Locations schreiben ihr eigenes Catering vor. Das ist bequem, nimmt dir aber den Preisvergleich. Eine Location, die den Caterer freigibt, kann sich trotz höherer Miete rechnen. Achte außerdem auf Getränkepauschalen und auf Korkgeld, wenn du eigenen Wein mitbringen möchtest: Beides kann ein Angebot spürbar verschieben.

Mittlere Hebel: selbst machen, Hilfe von Freunden, leihen statt kaufen

Selbst gemachte Details sparen Geld, kosten aber Zeit, und diese Rechnung geht nur auf, wenn jemand die Zeit auch wirklich hat.

Gut geeignet sind Dinge, die sich vorab erledigen lassen und bei denen wenig schiefgehen kann: Tischkarten und Tischnummern zum Selbstdrucken, Blumen aus dem Garten oder vom Markt, eine Playlist statt eines DJs für den Nachmittag, ein Kuchenbuffet aus Familienrezepten. Weniger geeignet sind Dinge, die am Tag selbst Aufmerksamkeit brauchen. Wer am Morgen noch Deko aufhängt, ist am Abend nicht entspannt.

Hilfe von Freunden und Familie ist ein echter Hebel, wenn die Aufgaben klar verteilt sind. „Kannst du dich ums Essen kümmern?“ ist zu vage. „Du holst um 15 Uhr die Torte ab und stellst sie im Saal auf“ lässt sich erfüllen. Für die Helfenden am Hochzeitstag kannst du in der App Einsatzpläne anlegen, also eine Aufgabenkarte pro Person.

Leihen statt kaufen gilt für alles, was nur einen Tag gebraucht wird: Geschirr, Gläser, Stühle, Stehtische, Dekoration, teilweise sogar Kleidung. Frag in deinem Umfeld, bevor du nach Verleihern suchst. Und wenn du Einladungen digital mit einem Link verschickst, sparst du Druck und Porto. Du verschickst den Link dann selbst, etwa per Nachricht.

Kosten, die man gern vergisst

Ein kleines Budget scheitert selten an den großen Posten, sondern an den vielen kleinen, die in keiner Rechnung vorkamen.

  • Trinkgeld für Service und Fahrdienst, soweit du es geben möchtest.
  • Mehrkosten durch Getränkepauschale, Korkgeld oder Gläserreinigung.
  • Technik und Zeit der Location: Strom, Reinigung, Endabrechnung, Verlängerung bei Überziehen.
  • Änderungen bei der Gästezahl kurz vor der Feier, wenn Mindestumsätze oder Mindestgrößen gelten.
  • Kleidung und Änderungen, Schuhe, Frisur, Make-up, Anprobetermine.
  • Fahrt und Übernachtung für das Paar und eventuell die nächsten Angehörigen.
  • Ringe, Papier und Porto, Gastgeschenke, Versicherung, falls du eine abschließen möchtest.
  • Der Puffer selbst: Plane ihn lieber zu groß als zu klein.

Frag in jedem Angebot nach, was im Preis enthalten ist und was als Zusatz berechnet wird. Ein günstiger Grundpreis mit vielen Zuschlägen ist am Ende oft teurer als ein höherer Preis mit allem Nötigen.

Das Budget führen: geplant, gebucht, was noch übrig ist

Führe pro Posten drei Zahlen: was du geplant hast, was schon fest gebucht ist und was davon noch zu zahlen bleibt.

Der Unterschied zwischen geplant und gebucht ist der wichtigste Wert bei kleinem Budget. Solange ein Posten nur geplant ist, kannst du ihn noch verschieben. Sobald er gebucht ist, bindet er Geld. Wenn die Summe der gebuchten Posten sich der Obergrenze nähert, weißt du früh genug, dass du bei den übrigen Posten einfacher werden musst.

Halte auch fest, wann Anzahlungen und Restzahlungen fällig sind. Bei vielen Dienstleistern ist eine Anzahlung beim Buchen üblich, der Rest folgt vor oder nach der Feier. Wer die Fälligkeiten nicht sieht, wird davon überrascht, dass in einem Monat mehrere Zahlungen zusammenfallen.

In der App hat jeder Budgetposten die Werte geplant, gebucht und noch verfügbar, und Zahlungen lassen sich mit Fälligkeit und Anhang erfassen, zum Beispiel mit dem Angebot als Datei. Zu jedem Dienstleister legst du eine Karte an, mit dem Status angefragt, Angebot erhalten, gebucht oder aussortiert und den zugehörigen Unterlagen. So vergleichst du Angebote, ohne sie in Nachrichten zu suchen. Wann du bei wem anfragen solltest, steht in Wann welche Dienstleister buchen.

Wo sparen, wo nicht

HebelWirkung auf das BudgetWas du aufgibstFür wen
Weniger GästeHochManche Menschen sind nicht dabeiFür Paare, denen eine kleine, nahe Runde reicht
Freitag oder NebensaisonMittel bis hochWeniger Auswahl beim Termin, manche Gäste müssen sich freinehmenFür Paare mit flexiblem Datum und überschaubarer Gästezahl
Standesamt im kleinen Kreis, Feier späterMittelTrauung und Feier fallen auseinanderFür Paare, die die große Feier schrittweise bezahlen möchten
Buffet statt MenüMittelWeniger formeller Ablauf am TischFür Paare, denen entspannte Stimmung wichtiger ist als Gänge
Location mit freier Caterer-WahlMittel bis hochMehr Abstimmung, mehr VergleichenFür Paare, die Angebote einholen und vergleichen möchten
Digitale Einladung mit LinkGeringKeine gedruckte Karte zum AufbewahrenFür Paare, die Druck und Porto sparen möchten
Deko selbst gemachtGering bis mittelZeit vorab und Aufbauhilfe am TagFür Paare mit Helfenden und genug Vorlauf

Die Wirkung ist eine Einschätzung, keine Preisangabe: Was ein Hebel bringt, hängt von Region, Datum und Anbieter ab.

Häufige Fragen

Wie viel Geld braucht man mindestens, um zu heiraten?

Es gibt keine feste Untergrenze. Was die Trauung beim Standesamt kostet, ist je nach Amt verschieden: Frag dort nach. Alles darüber hinaus ist eine Entscheidung. Eine kleine Feier mit wenigen Gästen kann mit sehr wenig auskommen, eine große nicht.

Was kostet bei einer Hochzeit am meisten?

Meist sind es Essen und Getränke, die Location und der Gästeumfang, denn diese drei hängen zusammen. Deshalb bringt eine kürzere Gästeliste mehr als viele Einzelkürzungen. Konkrete Beträge hängen von Region und Datum ab; Durchschnittswerte aus der Branche solltest du als Anhaltspunkt lesen, nicht als Maßstab.

Kann man günstig heiraten, ohne dass es nach Sparen aussieht?

Ja, wenn du bewusst wählst, was wichtig ist, und den Rest einfach hältst. Gäste merken selten, dass die Deko selbst gemacht oder die Kerzen geliehen sind. Sie merken, ob das Essen warm ankommt, ob der Ablauf stimmt und ob sich alle willkommen fühlen.

Lohnt sich ein Wochentag wirklich?

Oft ja, aber nicht überall. Manche Locations und Dienstleister haben für Freitag oder Nebensaison andere Preise, andere halten ihre Preise fest. Frag bei jedem Angebot nach, bevor du dein Datum danach ausrichtest.

Sollen wir Geldgeschenke der Gäste fest einplanen?

Besser nicht. Geldgeschenke sind eine schöne Hilfe, kommen aber meist erst nach der Feier und lassen sich nicht vorhersagen. Plane mit dem, was du sicher hast, und nimm Geschenke als Bonus.

Geschrieben von Chloé & Meïdy, die MyWedding Planner gegründet haben.

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